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Eltern sind Familienmanager – Das sind die Nebenjobs der Eltern

Flexiblere Arbeitnehmer wird es niemals geben. Eltern.

Diese Spezies, die mit Liebe, Geduld und Wissen die Kinder dieser heutigen Welt beim Heranwachsen begleitet, kann scheinbar einfach alles.

Krankenschwester, Finanzberater, Polizist, Lehrer, Haushälter, Entertainer, Ernährungsberater, Chauffeur und und und…. Die Liste ist lang und berechtigt. Denn beim Heranwachsen brauchen die jungen Menschen eine Menge Beistand, Hilfe und Begleitung bei alltäglichen Fragen zu der Welt, in der sie leben.


Eltern sind schon wahre Meister und Talente dabei, die Wünsche und Bedürfnisse ihres Nachwuchses deuten zu können. Hierbei ist es wichtig, dass die Zeit mit den Kindern nicht zu kurz kommt. Dafür gibt es solche Modebegriffe, wie „Qualitytime“ und „Eltern-Kind-Zeit“. Dabei sind diese Neuinterpretierungen nichts Neues: Denn mal ehrlich: „Verbringen Sie nicht gerne eine schöne Zeit mit ihren Kindern? Macht es nicht mehr Sinn, die Zeit, die zusammen zur Verfügung steht, sinnvoll zu nutzen und mit Qualität zu füllen, als einfach nur beiläufig nebeneinander zu sitzen ?

Die Antwort auf diese Frage ist selbstverständlich „Ja.“ Wäre auch reichlich unvernünftig und irgendwie weit vorbei an „Ich verbringe gerne Zeit mit meinen Kindern.“ Oder?


Die Krankenpfleger

Zurück zum Wesentlichen. Da die Frage nach den modernen Begrifflichkeiten nun als geklärt angesehen werden kann, befassen wir uns wieder mit den Eigenschaften, die Eltern mitbringen, durch „Learning-by-doing“ und schon vorhandene Erfahrung. Einen Erste-Hilfe-Kurs hat schließlich jeder von uns mit einem Führerschein schon mal gemacht und sollte diese daher schon weitestgehend beherrschen.

Nichts anderes ist es mit den kleinen „Wehwehchen“ der Kleinsten – hier ein aufgeschlagenes Knie, ein Splitter im Finger oder eine Beule am Kopf. Alles, wenn es auch für manche Nicht-Eltern nun lebensbedrohlich klingt, kleine Verletzungen, die meistens mehr Kuscheln und Trösten als verarzten bedürfen. Auch das „blöde“ Fieber und eine dicke Erkältung können aus den lieben Kindern schnell mal Heulsusen machen, die es zu betreuen gilt. Da heißt es, gut gehen lassen und gesund werden, mit Liebe, Tee und viel viel Schlaf und Ruhe.


Die Finanzexperten

Auch als Finanzexperten werden Eltern von ihren Kindern benötigt. Meistens ab dem Alter, wenn das erste Mal das liebe Taschengeld ins Spiel kommt. Hierbei handelt es sich um eine freiwillige Gabe der Eltern an ihren Nachwuchs.

Diese „Abgabe“ soll den Kindern den Umgang mit der Währung „Geld“ näherbringen – keine schlechte Idee in einer Welt des Kapitalismus und der freien Marktwirtschaft. Es muss jetzt kein Grundkurs a la „Wie funktioniert die Börse eigentlich?“ sein, aber ein gewisses Maß an Verständnis für das liebe Geld, welches zum Kaufen schöner Dinge befähigt, sollten Eltern den Kindern dann doch auf dem Weg ins Leben mitgeben.


Die Ordnungshüter

Eltern müssen allerdings auch mal für Recht und Ordnung sorgen. Gerade bei Geschwistern sind die Oberhäupter der Familie dann schnell mal der „Buhmann“ a la „Du bist doof, Papa!“. Denn Kinder sind zwar der Sinn des Lebens aller Eltern, lieb und wahre Wunder, dennoch machen auch sie Fehler. Irren ist schließlich menschlich. Und auch die Kleinen sind Menschen und können Fehler machen.

Sollen sie sogar, um danach daraus zu lernen. So kommt es öfters vor, dass der Nachwuchs über die Strenge schlägt und somit die Eltern an den Rand der Verzweiflung bringen kann. Da muss dann liebevolle Konsequenz folgen, damit der Fehler erkannt werden kann. Wir Eltern sind dann schnell mal in der Rolle eines Ordnungshüters, der gefühlt mit der Trillerpfeife auf der Autobahn des Lebens steht und unaufhörlich die Kinder anpfeift.


Die Lehrer

Lehrer. Wenn es bei den Hausaufgaben oder im Lernen Zuhause mal hakt, sind die „Do it yourself“ Lehrkräfte zur Stelle. Es wird korrigiert, geholfen, bei der Subtraktion unterstützt oder die ganz cleveren können auch bei der Integralrechnung helfen.

Aber auch hier, wie in der Schule, herrscht natürlich Konfliktpotenzial. Wenn der Nachwuchs nicht begreift, was das Deutschbuch von ihm verlangt, kann sich schon mal Ungeduld und Frust breitmachen. Aber wir kennen unsere Kinder halt am besten und wissen daher genau, was in so einem Fall zu tun ist. Wir begleiten täglich bei den Hausaufgaben, loben und tadeln, motivieren und spornen an. Lehrer, eben.


Die Haushaltskraft

Damit es im Haus oder der Wohnung nicht irgendwann aussieht, wie in einem Schweinestall, müssen die Eltern auch als Haushaltskräfte agieren. Denn neben Taschengeld, Schlichten von Streitereien und der Hilfe bei den Hausaufgaben muss auch mal die Wäsche gewaschen und der Staub aufgewischt werden – das macht sich natürlich nicht von selbst.

Eltern sind hier gefragt, vielleicht auch schon mit ein wenig Hilfe oder zumindest als Vorbilder fungierend für ihre Sprösslinge. Denn, wie heißt es im Volksmund so schön „Geteiltes Leid ist halbes Leid“. Und wen stört es dann schon, ob die Kleinsten die Wäscheklammern auf dem Boden verteilen, weil das so schön bunt aussieht oder die Größeren die Kleidung nicht einmal aufschütteln, bevor sie sie aufhängen. Gemacht werden muss es, und zu zweit macht es doch gleich viel mehr Freude.


Die Entertainer

Letzteres lässt uns auch gleich zum nächsten Punkt kommen. Der nächste Job, auf der langen Liste, der flexiblen Manager eines kleinen Familienunternehmens: Entertainer. Die Kleine und auch die Großen wollen Spaß, sehnen sich nach Aufmerksamkeit und Unterhaltung. Und wenn das Kind mal mit einem Schmollen nach der Schule zur Haustür reinkommt, darf es somit auch mal ein lustiger Spruch sein.

Auch das laute Aufdrehen guter Musik und das ausgelassene Tanzen und die Motivation des Kindes, beim Tanzen miteinzusteigen, sind das alltägliche Brot heutiger Eltern. In den Familien wird es nie langweilig und wenn doch? Vielleicht fehlt die richtige Musik, ein Austausch über neu gewonnene Sichtweisen und Interessen oder einfach mal lustige Kinder- oder Tiervideos in den Weiten des World Wide Web anzusehen. All das kann unterhalten und somit vom Alltagstrott etwas ablenken.

Aber auch ruhige Momente, achtsame Momente, können hier an dieser Stelle durchaus Erwähnung finden. Denn in der Ruhe liegt die Kraft“ ist nicht einfach nur eine Floskel. Gewisse Ruhemomente im Alltag können uns wieder innerlich ausbalancieren und somit auch eine Art Entertainment bieten. Denn wenn wir nach der Ruhe wieder in die Bewegung kommen, ist alles anders und entspannter und die kleinen Dinge des Lebens werden wieder groß.


Die Ernährungsexperten

Das wohl in vielen Familien bekannte und auch leider oft leidige Thema „Die Ernährung“. Sprüche wie „Nicht zu viele Chips essen“ oder „Muss das jetzt sein…?“ kennt sicherlich jede Mutter und jeder Vater und hat diese sicherlich auch schon mal gesagt. Aber wie kann man es den Kindern verübeln – wir waren doch als Kinder sicherlich genauso.

Aber mal im Ernst: Einmal in der Woche ein paar Bonbons, einen Lutscher oder eine Hand voll Kekse, hat noch kein fettleibiges oder übergewichtiges Kind hervorgebracht. Die Menge und die Mischung sind hier entscheidend! Viel Bewegung, eine fast überwiegend ausgewogene Ernährung, viel Schlaf und tägliche Bewegung an der Luft, können auch von ein paar Keksen nicht die Gesundheit des Kindes gefährden.

Wir sorgen als Eltern täglich dafür, dass unsere Kinder gesund essen und trinken, wir halten sie gesund – so gut es geht. Aber es ist ein Kampf, der auch Gewinner hervor bringt und sich genau deswegen lohnt. Jetzt „hassen“ sie uns, wenn wir ihnen die gesamte Chipstüte auf einmal verwehren, aber langfristig werden unsere Kinder uns unser Gemecker und Gemotze über Chips, Cola und Co. auch verzeihen. Ist ja nicht so, als würden wir unseren Kindern das verbieten, weil wir ihnen das nicht gönnen, oder?

By the way: Wer hat nicht mal gern den Schoko-Osterhasen der Kinder genascht, weil „Oma wieder viel zu viel geschenkt hat“? Somit hat es auch was Gutes, wenn unsere Kinder reich mit Süßigkeiten beschenkt werden. Beim nächsten Filmabend mit dem Partner bleibt auch immer noch ein kleines Stück Süßes für uns Eltern übrig. Nach einem langen Tag voll Putzen, Trösten, Kuscheln, Tanzen sei uns das auch gegönnt.


Die Chauffeure

„Mama, fährst du mich zum Sport?“ Wer, der Kinder hat, hat diesen Satz nicht schon einmal aus dem Mund seines Kindes vernommen. „Mama Taxi“ – dieses Unwort erschien im Mainstream vor langer Zeit. Es schien, als hätten sich alle Journalisten der Welt in diesen Artikeln gegen uns Eltern verschworen, denn nicht nur wir nutzen diesen Begriff im Gespräch mit anderen Eltern regelmäßig.

Auch unsere Kinder haben das aus der Medienwelt aufgeschnappt (oder auch vielleicht von uns direkt) und verwenden dieses Unwort nun systematisch gegen uns. Aber Fakt ist: es stimmt. Wir Eltern sind die Chauffeure für unsere Kinder, was bis zu einem gewissen Grad auch in Ordnung ist.

Lästig, und sagt mir liebe Eltern, wenn ich euch jetzt nicht wenigstens ein wenig aus der Seele spreche, ist es ab und an schon und wie gerne würden wir einfach unseren Kindern den Schlüssel in die Hand drücken und sagen „Hier fahr selbst.“ (Der Richtigkeit halber ist dieses Verhalten nur rhetorisch beschrieben und nicht zur Nachahmung empfohlen!) Aber das machen wir natürlich nicht. Oder doch?

Ihr, liebe Eltern wisst, was ich meine. Der Terminkalender ist oft eh schon voll und dann quetschen wir noch Ballett und Schwimmen mit rein und können nur hoffen, dass keine Ampel länger als drei Sekunden rot bleiben wird. „Mama Taxi“ oder auch „Papa Taxi“ – wir wollen hier ja niemandes Ego kränken, ist vom Grundsatz her gut und durchdacht. Allerdings sollte das Taxifahren nicht unseren Hauptjob ersetzen und ein Minijob bleiben.

Denn die Kinder mal mit dem Rad zum Schwimmen schicken, wenn sie das schon können, ist sicherlich auch mal schön. Unsere Kinder lernen so, sich selber zu vertrauen und wir lernen wieder ein kleines Stück loszulassen. Denn irgendwann endet auch der Minijob des Taxifahrers und stirbt schließlich ganz aus.


Auf den Punkt gebracht

Abschließend kann man doch sagen, dass wir Eltern schon eine Menge leisten, täglich, mit und für unsere Kinder. Und egal, ob unsere Kinder nun drei Kekse nach dem Mittagessen verspeisen oder sich von uns durch die Gegend fahren lassen, ob sie zwischendurch mal zu lange vor dem Fernseher  sitzen oder eifrige Waldliebhaber sind.

Das eine schließt das andere nie aus und am Ende werden sie alle groß. Wenn wir als Eltern ihnen Liebe, Zuverlässigkeit, Verständnis und Wärme geben, haben sie alles, was sie brauchen, um gesund und glücklich groß zu werden.

Und da sind wir uns alle einig, so unterschiedlich doch die Art ist, wie wir unsere Kinder dorthin bringen wollen, wir lieben unsere Kinder und wollen immer und jederzeit das Beste für sie.



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